Kurz gesagtPMS steht für „prämenstruelles Syndrom“ – ein Bündel körperlicher und seelischer Beschwerden, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem Einsetzen der Blutung wieder abklingen. Die meisten Frauen bemerken vor der Periode leichte Veränderungen und sind davon kaum beeinträchtigt; bei einem Teil sind die Beschwerden so deutlich, dass sie den Alltag prägen. Woher PMS genau kommt, ist trotz jahrzehntelanger Forschung nicht abschließend geklärt.

Was der Begriff eigentlich sagt

Das Wort verrät schon fast alles. „Prämenstruell“ bedeutet laut Duden schlicht „den Zeitraum vor der Menstruation betreffend“ beziehungsweise „vor der Menstruation auftretend“. Und ein Syndrom ist in der Medizin kein einzelnes Symptom, sondern eine Gruppe von Beschwerden, die zusammen auftreten. Das MSD Manual beschreibt PMS entsprechend als eine Gruppe körperlicher und psychischer Symptome, die einige Tage vor Beginn der Menstruationsblutung einsetzen und kurz nach deren Beginn wieder enden.

Genau darin liegt der Kern: PMS ist keine einzelne Beschwerde, sondern ein Muster. Nicht das Bauchziehen allein macht PMS aus und auch nicht die Gereiztheit allein – sondern dass mehrere Dinge gemeinsam auftreten, und zwar immer wieder an derselben Stelle im Zyklus. Der Berufsverband der Frauenärzte zählt PMS zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerdebildern überhaupt und verweist auf eine Palette von mehr als 150 beschriebenen Symptomen. Welche davon eine Frau betreffen, ist sehr individuell: Manche kennen nur ein oder zwei, andere ein ganzes Dutzend.

Wie häufig PMS ist

Auf diese Frage gibt es keine einzelne saubere Zahl – und das ist keine Nachlässigkeit der Forschung, sondern liegt daran, dass die Quellen Unterschiedliches zählen. Ein Blick auf drei seriöse Institutionen zeigt die Spannbreite:

  • Berufsverband der Frauenärzte: Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter berichten überhaupt über prämenstruelle Beschwerden. Von ihnen haben rund 25 % ein diagnostiziertes PMS.
  • IQWiG (gesundheitsinformation.de): Etwa 20 bis 40 % aller Mädchen und Frauen haben mehrere stärker ausgeprägte PMS-Beschwerden.
  • MSD Manual: In den USA sind 13 bis 18 % der Frauen im reproduktiven Alter betroffen. Weltweit reichen die Angaben von 1 bis 50 %.

Der Unterschied zwischen „drei Viertel“ und „13 %“ erklärt sich also über die Messlatte: Einmal wird gezählt, wer vor der Periode überhaupt etwas bemerkt, einmal, wer deutliche Beschwerden hat, und einmal, wer eine ärztliche Diagnose bekommen hat. Einig sind sich die Quellen bei der schweren Form, der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS): Der Berufsverband der Frauenärzte nennt zwei bis fünf %, das IQWiG 3 bis 8 %, das MSD Manual 2 bis 6 % für die USA. Was PMS von PMDS unterscheidet, liest du in PMS oder PMDS?.

Wann im Zyklus die Beschwerden auftreten

Ein Menstruationszyklus dauert laut MSD Manual normalerweise zwischen 24 und 38 Tagen und wird ab dem ersten Blutungstag gezählt – das ist Tag 1. Nach dem Eisprung folgt die zweite Zyklushälfte, die Lutealphase, die ohne Befruchtung etwa 14 Tage dauert und unmittelbar vor der nächsten Blutung endet. In dieser zweiten Hälfte spielt sich PMS ab.

Wie früh die Beschwerden beginnen, beschreiben die Quellen unterschiedlich: Der Berufsverband der Frauenärzte nennt zehn bis 14 Tage vor der Menstruation, das MSD Manual wenige Stunden bis fünf Tage vorher. Der Verlauf ist dagegen bemerkenswert einheitlich beschrieben – die Beschwerden verstärken sich meist zunehmend, bis die Blutung einsetzt. Dann kehrt sich alles um: Nach Angaben des Berufsverbands verschwinden sie am ersten oder zweiten Tag der Blutung, das IQWiG formuliert, sie seien spätestens mit dem Ende der Blutung komplett verschwunden.

Diese beschwerdefreie Zeit nach der Blutung ist das wichtigste Erkennungszeichen von PMS – wichtiger als jedes einzelne Symptom. Welche Beschwerden im Detail dazugehören, findest du in PMS-Symptome im Überblick.

Was über die Ursachen bekannt ist

Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Die genauen Auslöser sind trotz jahrzehntelanger Forschung ungeklärt. Der Berufsverband der Frauenärzte spricht von einer multifaktoriell bedingten Störung, bei der Psyche, Nervensystem und Hormonsteuerung zusammenwirken. Auch das IQWiG hält fest, dass die genauen Mechanismen unklar sind.

Was die Quellen an gesicherter Spur beschreiben, lässt sich so zusammenfassen:

  • Hormonelle Verschiebungen in der zweiten Zyklushälfte. Nach dem Eisprung steigt Progesteron an, während Östrogen abfällt – die Beschwerden fallen mit dieser Verschiebung zusammen.
  • Empfindlichkeit statt Mangel. Nicht die Hormonmenge scheint entscheidend zu sein, sondern wie empfindlich der Körper darauf reagiert. Die ältere Theorie, PMS entstehe durch einen Progesteronmangel, gilt laut IQWiG als überholt.
  • Ein Botenstoff im Gehirn. Serotonin schwankt mit den hormonellen Veränderungen des Zyklus, sinkt nach dem Eisprung und fällt vor der Menstruation besonders steil ab. Man nimmt an, dass es beeinflusst, wie der Körper auf die zyklischen Hormone reagiert.
  • Veranlagung. Das IQWiG nennt eine familiäre Veranlagung als vermuteten Faktor; bei der schweren Form PMDS wurde eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegenüber Sexualhormonen nachgewiesen.

Die eigentliche offene Frage bleibt aber bestehen, und der Berufsverband der Frauenärzte benennt sie deutlich: Warum manche Frauen betroffen sind und andere bei identischer hormoneller Situation nicht, ist bis heute rätselhaft. Wer PMS hat, hat also nichts falsch gemacht – und niemand kann derzeit erklären, warum es die eine trifft und die andere nicht.

PMS oder normale Zyklusschwankung?

Fast jede Frau bemerkt vor der Periode Veränderungen, und das IQWiG stellt klar, dass die Symptome bei den meisten leicht sind und den Alltag kaum beeinträchtigen. Der Unterschied zu PMS liegt deshalb selten in der Art der Beschwerden, sondern in zwei anderen Punkten: Ausmaß und zeitliche Bindung. Beschwerden, die den Alltag deutlich stören, und Beschwerden, die zuverlässig in der zweiten Zyklushälfte kommen und mit der Blutung gehen – das ist das Muster, auf das Ärztinnen schauen.

Genau deshalb ist die Aufzeichnung so zentral. Das IQWiG empfiehlt, die Beschwerden über mindestens zwei bis drei Monate zu dokumentieren; das MSD Manual nennt für die Diagnose der schweren Form mindestens zwei dokumentierte Zyklen. Der Berufsverband der Frauenärzte beschreibt den Menstruationskalender als wertvolle Hilfe für Ärztin und Patientin gleichermaßen – man notiert, wann die Beschwerden auftreten, was sie verstärkt und was sie lindert. Wie du dabei vorgehst, zeigt Zyklustagebuch führen.

Die Aufzeichnung hilft auch bei der Abgrenzung nach außen. Denn ähnliche Beschwerden können nach Angaben der Quellen auch bei einer Depression, bei Schilddrüsenerkrankungen, in den Wechseljahren oder bei einem Reizdarmsyndrom auftreten. Der Unterschied ist meist im Kalender sichtbar: Diese Beschwerden verschwinden nicht mit der Blutung.

Wann zur Ärztin?Sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Hausarzt, wenn die Beschwerden deinen Alltag, deine Arbeit oder deine Beziehungen spürbar beeinträchtigen – so einen Leidensdruck sollte man nicht einfach hinnehmen. Ärztlicher Rat ist auch dann wichtig, wenn Niedergeschlagenheit, Angst oder Verzweiflung stark ausgeprägt sind, oder wenn die Beschwerden nach dem Ende der Blutung nicht verschwinden – dann kann etwas anderes dahinterstecken. Bring deine Aufzeichnungen der letzten zwei bis drei Zyklen mit, das erleichtert die Einordnung erheblich. Für stärkere Beschwerden stehen laut IQWiG verschiedene Medikamente und Maßnahmen zur Verfügung, über die deine Ärztin dich beraten kann.

Quellen

Stand: August 2026 · Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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