Kurz gesagtDer weibliche Zyklus beginnt am ersten Tag der Blutung und läuft in vier Abschnitten ab: Menstruation, Follikelphase, Eisprung und Gelbkörperphase. Gesteuert wird er von Hormonen, die im Lauf des Monats ansteigen und wieder abfallen. Als normal gilt eine Zykluslänge zwischen 21 und 35 Tagen – und dass sie von Monat zu Monat schwankt.

Tag 1 ist der erste Tag der Blutung

Das ist der Punkt, an dem viele stolpern: Der Zyklus wird nicht ab dem Ende der Periode gezählt, sondern ab ihrem Anfang. Der erste Tag der Blutung ist Zyklustag 1 – so führen es auch Frauenärztinnen und Frauenärzte in ihren Menstruationskalendern.

Hilfreich ist außerdem, sich den Zyklus auf zwei Bühnen gleichzeitig vorzustellen. Im Eierstock reift eine Eizelle heran, wird freigesetzt und hinterlässt den sogenannten Gelbkörper. In der Gebärmutter läuft parallel dazu ein eigener Takt: Die Schleimhaut wird abgestoßen, wieder aufgebaut und schließlich für eine mögliche Einnistung umgebaut. Beide Bühnen werden von denselben Hormonen dirigiert.

Die vier Phasen im Überblick

  • Menstruation: Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen. Die Periode dauert bei den meisten Frauen 3 bis 7 Tage.
  • Follikelphase: Das follikelstimulierende Hormon (FSH) regt in den Eierstöcken das Wachstum von 20 bis 25 Follikeln an, die Östrogene bilden. Ein Follikel setzt sich durch und reift auf durchschnittlich bis zu 20 mm heran, die übrigen bilden sich zurück. Gleichzeitig baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter wieder auf.
  • Eisprung: Die inzwischen hohe Östrogenmenge löst einen Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) aus. Der reife Follikel gibt die Eizelle frei; sie bleibt etwa 24 Stunden befruchtungsfähig.
  • Gelbkörperphase (Lutealphase): Aus dem zurückgebliebenen Follikel entsteht der Gelbkörper. Er produziert Progesteron und in kleineren Mengen Östrogen. Ab dem vierten Tag nach dem Eisprung ist die Schleimhaut bereit, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen.

Bleibt eine Schwangerschaft aus, geht der Gelbkörper nach zehn bis zwölf Tagen zugrunde. Damit versiegt auch seine Hormonproduktion – und genau dieser Abfall löst die nächste Blutung aus. Der Kreis schließt sich, und Tag 1 beginnt von vorn.

Welche Hormone wann steigen und fallen

Am Zyklus sind mehrere Hormone beteiligt, die sich gegenseitig anschieben und bremsen. FSH und LH stammen aus der Hirnanhangsdrüse im Gehirn, Östrogen und Progesteron werden vor allem in den Eierstöcken gebildet. Östrogene steuern den Zyklus und die Reifung der Eizellen; zu Beginn des Zyklus sorgen sie unter anderem für den Aufbau von Gebärmuttermuskulatur und Gebärmutterschleimhaut.

Grob gesagt verläuft das so: In der ersten Zyklushälfte steigt das Östrogen, weil die heranreifenden Follikel es bilden. Erreicht es seinen Höhepunkt, zieht es den LH-Anstieg nach sich, der den Eisprung auslöst. In der zweiten Hälfte übernimmt das Progesteron aus dem Gelbkörper die Hauptrolle. Am Zyklusende fallen beide Hormone ab, weil der Gelbkörper sich zurückbildet.

Was ist eine „normale“ Zykluslänge?

Ein Zyklus zwischen 21 und 35 Tagen gilt als normal; in einer anderen Fachquelle wird die Spanne mit 25 bis 35 Tagen etwas enger gefasst. Wichtiger als die exakte Zahl ist ohnehin eine andere Beobachtung: Schwankungen sind der Regelfall, nicht die Ausnahme. Studien zeigen, dass die Zyklen bei mehr als 80 % der Frauen schwanken.

Der berühmte 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag ist deshalb ein Lehrbuchmodell, kein Maßstab. Der Berufsverband der Frauenärzte formuliert es deutlich: Es gibt keine „Durchschnittsfrau“ mit einem 28-Tage-Zyklus und einem Eisprung genau am 14. Zyklustag. Der Eisprung kann entsprechend früher oder später stattfinden.

Was dagegen vergleichsweise stabil ist, ist der Abstand nach hinten: Die Eierstöcke geben die Eizelle etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Periode frei, und der Gelbkörper besteht danach rund zehn bis zwölf Tage. Wenn ein Zyklus also länger oder kürzer ausfällt, verschiebt sich vor allem die erste Hälfte. Insgesamt begleitet dieser Rhythmus die meisten Frauen viele Jahrzehnte – er setzt in der Pubertät etwa mit 13 Jahren ein und endet mit den Wechseljahren im Alter von etwa 51 Jahren.

Warum die zweite Zyklushälfte für PMS zählt

Beim prämenstruellen Syndrom geht es um ein Bündel körperlicher und seelischer Beschwerden, die einige Tage bis zwei Wochen vor Einsetzen der Periode auftreten können. Entscheidend ist dabei nicht, welche Beschwerden es sind, sondern wann sie kommen: Sie fallen in die zweite Zyklushälfte nach dem Eisprung, wenn der Körper vermehrt Progesteron bildet und der Östrogenspiegel abfällt. Häufig setzen sie wenige Stunden bis fünf Tage vor der Menstruation ein und verschwinden oft vollständig einige Stunden nach Beginn der Blutung.

Warum manche Frauen darauf so viel stärker reagieren als andere, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden die hormonellen Schwankungen selbst, eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Abbauprodukten des Progesterons, Wechselwirkungen mit dem Botenstoff Serotonin im Gehirn sowie familiäre Veranlagung und Umweltfaktoren. Die Schwankungen wirken sich außerdem auf weitere Hormone aus, etwa auf Aldosteron, das den Salz- und Wasserhaushalt reguliert.

Wie viele Frauen betroffen sind, hängt stark davon ab, wo man die Grenze zieht. Nach Angaben des IQWiG haben etwa 20 bis 40 % mehrere stärker ausgeprägte Beschwerden, bei ungefähr 3 bis 8 % sind sie so ausgeprägt, dass eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) diagnostiziert wird. Andere Schätzungen liegen niedriger – das MSD Manual nennt für die USA 13 bis 18 % mit PMS und 2 bis 6 % mit PMDS.

Weil das zeitliche Muster der Schlüssel ist, empfiehlt sich die schlichteste aller Methoden: aufschreiben. Ein Symptomtagebuch über mindestens zwei bis drei Monate hilft, den Zusammenhang zum Zyklus sichtbar zu machen und andere Ursachen abzugrenzen. Wie das praktisch geht, liest du unter Zyklustagebuch führen; was PMS genau ist, steht unter Was ist PMS?.

Wann zur Ärztin?Wenn sich dein Zyklus nach zwei bis drei Unregelmäßigkeiten nicht von allein wieder einpendelt, solltest du die Ursache frauenärztlich abklären lassen. Eine dauerhaft unregelmäßige Menstruation oder ein Ausbleiben der Blutung über mehrere Zyklen hinweg ist meist ein Hinweis darauf, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt – dahinter können unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Essstörungen oder eine vorzeitige Funktionseinstellung der Eierstöcke stecken. Auch eine sehr starke Blutung gehört abgeklärt: etwa wenn du Binden oder Tampons regelmäßig schon nach 1 bis 2 Stunden wechseln musst, viele dicke Blutklumpen dabei sind oder du dich während der Periode schnell schwach und antriebslos fühlst. Das ist kein Notfall, aber ein guter Grund für einen Termin.

Quellen

Stand: August 2026 · Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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