Auf dieser Seite
- Wann solltest du mit PMS zur Ärztin?
- Wie wird PMS festgestellt?
- Dein Zyklustagebuch als Grundlage
- Nach dem Termin
- Checkliste für deinen Termin
- Häufige Fragen
Wann solltest du mit PMS zur Ärztin?
Kurze Antwort: Wenn die Beschwerden dich regelmäßig stark einschränken oder deine Stimmung sehr belasten.
Viele Frauen merken vor der Periode leichte Veränderungen und kommen gut damit zurecht. Du musst nicht warten, bis es unerträglich ist, um dir Rat zu holen. Ein Termin ist aber besonders sinnvoll, wenn starke PMS-Symptome deinen Alltag Monat für Monat bestimmen: wenn du Termine absagst, bei der Arbeit kaum durchhältst oder deine Beziehungen unter diesen Tagen leiden. Welche Beschwerden dazugehören können, findest du in PMS-Symptome im Überblick.
Achte auch auf deine Stimmung. Fühlst du dich vor der Periode tief niedergeschlagen, hoffnungslos oder so gereizt, dass du dich selbst kaum wiedererkennst, kann eine schwere Form dahinterstecken, die prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS. Was sie von PMS unterscheidet, erklären wir in PMS oder PMDS?.
Sehr starke Schmerzen sind ebenfalls ein guter Grund, dich untersuchen zu lassen, vor allem wenn sie während der Blutung am schlimmsten sind. Mehr dazu liest du unter Regelschmerzen.
Wie wird PMS festgestellt?
Kurze Antwort: Über den Verlauf deiner Beschwerden im Zyklus, am besten täglich über mindestens zwei Zyklen festgehalten, und über den Ausschluss anderer Ursachen.
Eine PMS-Diagnose ist kein einzelner Befund, sondern das Ergebnis eines Gesprächs. Deine Ärztin wird dich fragen, welche Beschwerden du hast und vor allem, wann sie auftreten. Entscheidend ist das Muster: Typisch für PMS ist, dass die Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte kommen, also in der Zeit nach dem Eisprung bis zur Periode, und kurz nach Beginn der Blutung wieder abklingen. Nach dem MSD Manual stützt sich die Diagnose auf deine Beschwerden, und Ärztinnen bitten oft darum, sie täglich zu notieren. Bleiben die Beschwerden dagegen auch nach der Periode bestehen, spricht das eher für eine andere Ursache. Wie die Zyklusphasen zusammenhängen, erklären wir in Der Zyklus erklärt.
Genauso wichtig ist, andere Ursachen auszuschließen. Laut der Gesundheitsinformation des IQWiG gehören dazu zum Beispiel Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder ein Reizdarmsyndrom, die ähnliche Beschwerden machen können (gesundheitsinformation.de). Deshalb kann es sein, dass deine Ärztin dich untersucht, Blut abnimmt oder weitere Abklärungen vorschlägt. Einen eigenen PMS-Test im Labor, der die Frage mit einem Ergebnis beantwortet, gibt es nicht. Wenn deine Hormonwerte unauffällig sind, heißt das also nicht, dass du dir deine Beschwerden einbildest.
Selbsttest: was er kann und was nicht
Im Internet findest du viele Fragebögen, die als PMS-Test oder Test zum prämenstruellen Syndrom angeboten werden. Ein solcher PMS-Selbsttest kann dir Orientierung geben: Er hilft dir, deine Beschwerden zu benennen und einzuschätzen, ob es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Eine Diagnose ersetzt er nicht. Ein Fragebogen fragt meist nach deinem Gefühl im Rückblick, und gerade das Gedächtnis täuscht gern. Viel aussagekräftiger sind Notizen, die du Tag für Tag machst, während du die Beschwerden erlebst.
Dein Zyklustagebuch als Grundlage
Kurze Antwort: Notiere jeden Tag kurz, wie es dir geht, auch an guten Tagen, und das über mindestens zwei bis drei Zyklen.
Ein Zyklustagebuch, oft auch PMS-Tagebuch genannt, ist das wichtigste Werkzeug für deinen Termin. Es zeigt deiner Ärztin schwarz auf weiß, ob deine Beschwerden einem Muster folgen. Und es zeigt auch dir selbst, wann deine schweren Tage meistens beginnen. Das IQWiG empfiehlt, die Beschwerden über mindestens zwei bis drei Monate festzuhalten.
Das kannst du eintragen:
- Zyklustag: Der erste Tag der Blutung ist Tag 1. Notiere auch, wann die Blutung endet.
- Beschwerden: zum Beispiel Brustspannen, Kopfschmerzen, Unterleibsziehen, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit.
- Stärke: eine einfache Skala, etwa von 0 für „gar nicht“ bis 3 für „stark“.
- Schlaf: wie lange und wie erholsam du geschlafen hast.
- Stimmung: ein Wort oder ein Smiley genügt.
- Besonderheiten: Medikamente, die du genommen hast, oder Tage, an denen du etwas absagen musstest.
Du musst dafür nicht viel Zeit aufwenden. Eine Minute am Abend reicht völlig. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass du dranbleibst, auch an Tagen ohne Beschwerden. Gerade der Unterschied zwischen guten und schweren Tagen macht das Muster sichtbar. Eine Zyklustagebuch-Vorlage zum Ausdrucken findest du bei uns, und wenn du lieber am Handy einträgst, kannst du die Zyklustagebuch-App nutzen.
Nach dem Termin
Mit einem Termin ist die Sache selten erledigt, und das ist ganz normal. Führe dein Zyklustagebuch weiter. So siehst du, ob sich etwas verändert, und hast beim nächsten Gespräch wieder eine gute Grundlage. Wenn ihr einen Folgetermin vereinbart habt, nimm deine neuen Aufzeichnungen mit.
Zur PMS-Behandlung gibt es verschiedene Wege, und welcher für dich passt, hängt von deinen Beschwerden und deiner Situation ab. Laut IQWiG gibt es dazu bisher nur wenige aussagekräftige Studien. Darum gehört die Entscheidung in das Gespräch mit deiner Ärztin. Auch der Berufsverband der Frauenärzte beschreibt Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten auf Frauenärzte im Netz.
Wenn du magst, fang heute mit deinem Zyklustagebuch an. Schon der erste Eintrag bringt dich deinem Termin ein Stück näher.
Checkliste für deinen Termin
Kurze Antwort: Nimm dein Zyklustagebuch, eine Liste deiner Medikamente und deine Fragen mit.
Ein Termin ist oft schneller vorbei, als man denkt. Mit dieser Liste vergisst du nichts Wichtiges. Du kannst sie ausdrucken und abhaken.
Fragen, die du stellen kannst
- „Könnte etwas anderes dahinterstecken?“
- „Welche Möglichkeiten gibt es für mich?“
- „Brauche ich weitere Untersuchungen?“
- „Woran erkenne ich, ob es PMS oder PMDS ist?“
- „Wann sollte ich wiederkommen?“
Schreib dir die Antworten ruhig auf, oder bitte darum, dass dir etwas noch einmal erklärt wird. Das ist dein gutes Recht.
Checkliste zum Ausdrucken
- Mein Zyklustagebuch aus den letzten zwei bis drei Zyklen
- Meine häufigsten Beschwerden, wann sie beginnen und wie stark sie sind
- Wie sehr sie meinen Alltag einschränken, zum Beispiel bei der Arbeit oder in der Familie
- Alle Medikamente und Präparate, die ich nehme, auch Nahrungsergänzungsmittel
- Ob ich die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel verwende
- Vorerkrankungen und frühere Befunde
- Was ich schon ausprobiert habe und wie es mir damit ging
- Meine Fragen, aufgeschrieben
- Was ich mir von dem Termin wünsche
Der letzte Punkt klingt vielleicht ungewohnt, hilft aber sehr. Überleg dir vorher, was dir am wichtigsten ist: Möchtest du vor allem wissen, ob alles in Ordnung ist? Suchst du nach Wegen, mit den Beschwerden besser zu leben? Oder geht es dir darum, endlich ernst genommen zu werden? Wenn du das am Anfang sagst, kann deine Ärztin gezielter auf dich eingehen.
Häufige Fragen
Wie wird PMS diagnostiziert?
Über den Verlauf deiner Beschwerden im Zyklus, meist über mehrere Zyklen dokumentiert, und über den Ausschluss anderer Ursachen. Ein Zyklustagebuch macht das Gespräch mit deiner Ärztin konkreter.
Gibt es einen PMS-Test?
Es gibt keinen einzelnen Labortest. Fragebögen und ein Zyklustagebuch geben dir Orientierung, die Diagnose stellt deine Ärztin im Gespräch.
Wann sollte ich mit PMS zum Arzt?
Wenn die Beschwerden dich regelmäßig stark einschränken oder deine Stimmung sehr belasten. Bei Gedanken, dir etwas anzutun, hol dir bitte sofort Hilfe.
Was soll ich zum Termin mitnehmen?
Dein Zyklustagebuch, eine Liste deiner Medikamente und deine Fragen. Die Checkliste oben kannst du ausdrucken.
Wie lange sollte ich ein Zyklustagebuch führen, bevor ich zur Ärztin gehe?
Am besten zwei bis drei Zyklen, so empfiehlt es das IQWiG. Wenn es dir schon jetzt sehr schlecht geht, warte damit nicht, sondern geh früher und bring mit, was du bis dahin notiert hast.
Was ist, wenn ich mich nicht ernst genommen fühle?
Sag es offen und zeig deine Aufzeichnungen, denn sie machen deine Beschwerden greifbar. Wenn du dich trotzdem nicht gut aufgehoben fühlst, darfst du dir eine zweite Meinung in einer anderen Praxis holen.
Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS?
PMDS ist eine schwere Form, bei der vor allem die seelischen Beschwerden sehr stark sind und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Mehr dazu erfährst du in PMS oder PMDS?.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Quellen: MSD Manual, Ausgabe für Patienten, gesundheitsinformation.de (IQWiG), Frauenärzte im Netz (BVF). Autorin: Dipl.Psych. Gabriele Berg · Stand: Oktober 2026
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